Kategorie: Gedichte

  • Rückblick

    Ein alter Baum lächelt.
    Vom Winde gefächelt
    Wiegt er sein Haupt.

    In Blüten gekleidet
    Vom Frühling geleitet,
    Sieht er sich stehn.

    Mit Blättern bekränzet
    Das Leben erglänzet.
    Wie schön war der Mai.

    Verstrickt in Gedanken
    Beginnt er oft zu wanken.
    Der Sommer ist fort.
  • Trauer

    Die Lieder sind tot, die Rosen verdorrt,
    Die Nachtigall schweigt, der Sommer ist fort,
    Das Lachen erstirbt gleich Tönen im Wind,
    Mein Herz ist so kahl wie die Bäume nun sind.
  • Sommerhimmel

    Ein weißer Schwan, zwei Junge im Gefolge,
    Zog über den Himmel als zarte Wolke.
    Der Wind trieb sie fort über das blaue Meer,
    Mit Sehnsucht bepackt, ach er blies ja so sehr.-
    Zerflossen die Wolke, wie´s Wünschen ergeht,
    Der Schwan und die Träume sind lautlos entschwebt.
  • Der Mühlbach

    Ich schau´ in des Wassers Spiegel,
    Es dröhnen des Mühlrads Flügel.
    Das Wasser stöhnt, das Rad sich dreht,
    Rauschend, wirbelnd die Zeit vergeht.

    Ich schau´ in des Wassers Spiegel.
    Der Bach stürzt über die Hügel.
    Das Leben wie ein Tal fließt,
    Kopfüber sich ins Tal ergießt.
  • Der Sommer geht

    Des Sommers Freuden liebt mein Herz.
    Nun ruhen aber Tanz und Scherz.
    Die Gärten liegen welk und blaß
    Und Reif glänzt auf der Wiesen Gras.

    Noch immer wiegt der Wind ein Nest,
    Verlassen hängt es im Geäst.
    Versteckt im hohen Apfelbaum
    Schläft still ein bunter Sommertraum.
  • Kleines Lied

    Kleines Lied aus Amselkehle
    Fällt hinein in meine Seele.
    Deine Melodie ist süß,
    Meinen Liebsten damit grüß´.

    Kleiner Freund im Federkleide
    Weckst in mir des Sommers Freude.
    Trag´ mich hin zu Liebchens Haus,
    Kleines Lied flieg´ mir voraus.
  • Sonnenuntergang

    Der Tag ist verstrichen,
    Die Unrast gewichen.
    Ganz zart violett
    Geht die Sonne zu Bett.

    Nur noch ein Schein
    Am Himmel allein
    Hoffnung erweckt,
    Wenn das Dunkel uns deckt.
  • Orkan

    Frei sind sämtliche Dämonen,
    die dort in der Hölle wohnen.
    Am Himmel Ungeheuer gleiten,
    darauf die Teufelssöhne reiten.
    Ihr Atem schon Vernichtung bringt.
    Das Meer brüllt auf, das Wasser schwingt.
    Entsetzt die Wälder ächzen schwer,
    Schon fällt das Unheil d´rüber her.
    Die Trümmer fliegen weit im Land,
    Selbst Türme haben keinen Stand.
    Die Menschen zittern angsterfüllt.
    Gibt´s keinen, der das Wetter stillt?
    Geduckt sie laut um Gnade bitten,
    Wenn doch die Bösen weiterritten!
    Allseits und immer wollt´ man siegen.
    Die Ohnmacht aber straft sie Lügen.
  • Frühlingsbraut

    Beim Kirschbaum blieb ich stehn,
    Wollte gern den Frühling sehn.
    Eine Blüte weiß und klar
    Streute er freundlich mir ins Haar.

    Hörst du, wie er leise lacht
    Schüttelnd sanft der Zweige Pracht.
    Blüten fallen da wie Schnee,
    Fröhlich schau ich in die Höh´.

    Alle Blüten er mir schenkt
    Immer neue niedersenkt.
    Weiß bin ich nun zugeweht
    Eine Braut im Garten steht.
  • Mondnacht

    Siehst du den Mond am Himmel stehn?
    Dorthin all´ meine Träume gehn.
    Komm´ auch hinauf solang er scheint!
    Für eine Nacht sind wir vereint.