Hoffen, daß die Nacht vergeht
Hoffen, daß die Sonn´ aufsteht
Hoffen, daß ein Tag erwacht
Hoffen, daß er Glück gebracht.
Hoffen, daß ich werd´ geliebt
Hoffen, daß es Treue gibt.
Hoffen unser Leben ist,
Überall nur Hoffnung sprießt.
Kategorie: Gedichte
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Hoffen
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Roter Mohn
Der Mohn blüht so rot
Da kommt still der Tod.
Ähren sich neigen
Lasten sie beugen.
Der Himmel ganz weit
Bemißt meine Zeit.
die Sonne sinkt schon
Ach, rot ist der Mohn. -
Mai
Als hätt´ sich niemals zugetragen
All unser weinen, unser Klagen,
Der Mai vor Freude überquillt.
Vergessen sind des Winters Fragen,
Die Bäume wieder Blüten tragen
In Gärten, ganz in Duft gehüllt.
Grün strahlt der Wald und grün sind Wiesen
Das Bächlein hüpft, kann freudig fließen.
Des Herzens Hoffen sich erfüllt. -
Wenn der Herbst tanzt
Rote Nase wie ein Clown,
Spritzer, Kleckse, gelb und braun!
Trunk´ner Herbst, der tobt und lacht
Köstlich ist der Rebensaft.
Stürmisch dreht er sich im Tanz
Unterm bunten Erntekranz.
Alles wirbelt wild umher,
Reißt und rüttelt Bäume leer.
Blatt um Blatt im Winde fliegt
Bis es still am Boden liegt.
Nur die Fiedel schluchzt allein
Toller Tänzer, halte ein! -
Wind
Wer hat je den Wind geseh´n
Wenn erfegt von Bergeshöhn?
Baum und Strauch sich vor ihm neigt
Allen seine Stärke zeigt.
Launisch, wie er manchmal ist,
Er die Menschenkinder küßt,
Streichelt freundlich über´s Haar,
Flüstert, kichert, tanzt sogar.
Plötzlich packt ihn dann die Wut,
Schon ist fort der Hut.
Trägt ihn hoch hinauf und weit,
Läßt ihn fallen dann im Streit.
Endlich findet er Genuß,
Bläst herbei ´nen Regenguß.
Lacht, obwohl die Wolke weint
Bis die Sonne wieder scheint.
Schmollend sucht er sein Versteck.
Heißaßa, der Wind ist weg!
Niemand kennt sein luft´ges Haus,
Wo er heckt die Streiche aus. -
Impressionen zur Herbstzeit
Die letzten Blüten spreizen
ihre bunten Blätter
der Sonne entgegen.
Kein Schmetterling
hält mehr Einkehr,
freudig die Flügel schwingend.
In der Nacht friert es.
Die Bäume ächzen,
überlassen ihr Laub dem Wind.
Der Mond ist müde.
Sein Gesicht hüllt er
in weißen Nebel.
Doch überall schweben noch
die Träume des Sommers,
unruhig und verschwommen. -
Unbestimmt
Freudig flieg´ ich dir entgegen
Drück´ dich fest an meine Brust,
Meine Lippen fragend beben,
Ob du wieder gehen mußt.
Schwankend auf des Glückes Wellen
Treib´ ich durch die Sommerzeit.
Ungewisse Ängste quellen
Daß der Abschied nicht mehr weit. -
Rosenknospe
Noch schließt dein Herz die Hoffnung ein.
Duft und Farbe ganz allein
Zärtlich mir das Wunder künden,
Lassen mich die Liebe finden. -
Verlust
Nur noch ein Duft betörend schwebt
Die Blätter schon zur Erde fallen
Als süßer Duft die Liebe lebt
Schönste Rose unter allen.
Aus meinen Händen gleitet matt
Ein rosarotes Blütenblatt.
Der Sommerwind den Duft entführt
Ein kühler Hauch hat mich berührt. -
Der Rest der Welt
Der Jugend Kreise
Umspannen die Welt.
Auf seltsame Weise
Die Rundung entfällt.
Die Jahre verengen,
Verkürzen den Blick,
Vermeintliche Längen
Gehen zurück.
Zum Punkte geschrumpft,
Wie kann es nur sein,
Wo bleibt die Vernunft,
Die Welt ward so klein.