Ein leises Rauschen hört die Nacht.
Die Bäume flüstern, der Wind weht sacht.
Was haben sie wohl zu berichten?
Gewiß lauter dunkle Geschichten.
Der Mond schaut bei mir durchs Fenster,
Malt an die Wände Gespenster.
Das Herz klopft bis zum Zerspringen.
Wenn doch die Träume nur gingen!
Die Angst hält mich fest in den Armen,
Sie kennt auch im Schlaf kein Erbarmen.
Bis endlich der rote Morgen aufsteht,
Der nächtliche Spuk im Lichte vergeht.
-
Nachtgespenster
-
Trauer
Die Lieder sind tot, die Rosen verdorrt,
Die Nachtigall schweigt, der Sommer ist fort,
Das Lachen erstirbt gleich Tönen im Wind,
Mein Herz ist so kahl wie die Bäume nun sind. -
Sonnenuntergang
Der Tag ist verstrichen,
Die Unrast gewichen.
Ganz zart violett
Geht die Sonne zu Bett.
Nur noch ein Schein
Am Himmel allein
Hoffnung erweckt,
Wenn Dunkel uns deckt. -
Vergangenheit
Der Flieder ist schon längst verblüht.
Des Frühlings Tage welkten mit.
Verloren auch des Sommers Rosen
Nun bleiben nur die Herbstzeitlosen.
Bald deckt der Nebel Tag und Zeit
Und alles ist Vergangenheit. -
Flatterhaft
Himmelblauer Schmetterling,
Freudig schwebt er her und hin.
Flatterhaft wie er mal ist,
Jede Blüte herzt und küßt.
Glücklich süßen Nektar trinkt,
Eilends schon zum Abschied winkt.
Klappt die Flügel auf und zu,
Fliegt davon - - entkommt im Nu. -
Überraschung
Vom Himmel eine Rose fällt
In die liebelose Welt,
Geradewegs vor meine Füße,
Blüht und duftet voller Süße.
Zaghaft greif´ ich nach dem Glück.
Ich bin dein, so sagt ihr Blick.
In meiner Hand die Ros´ nun liegt
Zärtlich an das Herz geschmiegt. -
Das Wasser
Ein Wasser tief im Berge schlief
Der Frühling es nach draußen rief.
Fröhlich da ein Bächlein hüpft,
Aus dem Fels war es geschlüpft.
Durch die Wiesen es nun rennt
Weder Halt noch Vorsicht kennt.
Immer schneller wird sein Lauf,
Keiner hält das Bächlein auf.
Schließlich stürzt es tief und steil,
Welches Glück, es blieb noch heil.
Aber weh´ die klare Flut
Trübe wird im Übermut.
Endlich ist das Tal erreicht,
Das Bächlein stutzt und zaudert leicht.
Behäbig kann es hier nur fließen,
So wie es alte Bäche müssen.
Vorbei ist alles Ungestüm,
Der müde Bach, wo strebt er hin?
Im Meere will er endlich ruh´n
Wie es ja alle Wasser tun. -
Wintertag
Mein Garten liegt im Schnee versteckt.
Die Welt hüllt sich in Flockenweiß.
Fremd und seltsam fern
erscheinen Baum und Strauch.
Lautlose Stille wandert über die Felder
und Kälte starrt mir ins Gesicht.
Ich aber träume von
Veilchen und Narzissen. -
Depression
Die bunten Vögel der Hoffnung
liegen tot im Gras.
Selbst grüne Bäume lassen entmutigt
ihre Blätter fallen.
In wirren Kreisen taumelnd, stürzen
die Gedanken ins Dunkel.
Auf meiner Schulter hockt Angst,
verzehrt meine Seele. -
Morgen
Der Morgen ist frisch,
noch duftet der Tau.
Helles Sonnenlicht
Übergießt meinen Pfad.
Freundlich summt
die Stille
und leise beginnt
sich Freude zu regen.
So möchte ich wandern
immerzu, immerfort,
tiefer und tiefer
in den Frieden.