Kleine Blume wundersam
Zärtlich rührst das Herz mir an.
Kleine Rose mich entzückst
Meine Tage nun bglückst.
Deine Zweige grünen
Schon verwelkt sie schienen.
Alter Strauch bist voller Stolz
Eine Ros´ auf deinem Holz.
-
Der Nachkomme
-
Blumen
Im Glück sie strahlen
Die Farben es malen.
In Liebe sie prangen
Voll Duft und Verlangen.
Heimlich sich neigen
Sich küssen und schweigen.
Verzehrendes Warten
Im blühenden Garten.
Bis Liebreiz sie pflückt
Vom Anblick beglückt.
Mit zärtlicher Hand
Zum Strauße sie band. -
Sterben
Eine Seele welk und matt
Taumelt, wie des Baumes Blatt
Aus der Krone kupferrot
Durch das Herbstlicht in den Tod. -
Nachtfrost
Seinen Wolkenumhang
enger zuziehend,
starrt der Mond hinunter
in die Straße.
Mit hellen Augen schauen
die Häuser ins Dunkel.
Im grauen Schatten aber
trauert eine Rose.
Frierend rafft sie ihr rotes Kleid
Des Sommers warme Freuden
haben sie allein gelassen.
Ihre Zeit ist um. -
Himmelsschlüssel
Himmelsschlüssel- Weihnachtszeit
Und der Frühling, ach, so weit!
Kleine Blume weiß und bleich.
Deines Kelches zartes Rund
Maienbotschaft tut hier kund,
Honigsüße mir verspricht
In der Sonne warmem Licht.
Kleiner Schlüssel öffnest mir
Heute schon des Sommers Tür.
Helle Freude strömt nun ein
Tröstet sanft das Herze mein. -
Der Freund
Der Sonnenblume rund Gesicht
Bringt in mein Haus ein goldnes Licht.
Sie schaut so freundlich über´n Zaun,
Dem treuen Blick, ich kann vertrau´n.
So stolz der Sonne zugewandt,
Ist sie seit langem wohlbekannt.
Viel Vögel sich an ihr erquicken,
Aus ihrem Herzen Samen picken.
Ein Freund für alle, groß und gut,
Macht sie Verzagten neuen Mut.
Seht her, welch´ reiche Frucht ich trage,
Es zählen nur die Sonnentage.
Ein Wetter hat den Sturm gefällt.
Viel dunkler ist für mich die Welt.
Der Platz ist leer, die Lücke schreit,
Zurück bleibt tiefe Traurigkeit. -
Der Apfelbaum
Das Rückgrat verbogen, die Arme verstümmelt,
so hält er dem Winde stand, der Alte.
Nur die Krone erinnert sich an reiche Ernten,
wenn die Früchte goldrot ins weiche Gras rollten.
Wie oft schmückte er sich mit rosa Blumensträußchen
sobald der Frühling blau über die Berge stieg.
Gerne lauschte er dem heimlichen Flüstern des Nachtwinds
und dem sehnsüchtigen Aufschluchzen der Nachtigall.
Am Morgen rannen Tautränen von den jungen Blättern
vor Glück über den endlos scheinenden Sommer.
Kleine Vogelkinder hat er schützend beherbergt in geflochtender Wiege
hilflos zugesehen, wie die Jungen keck davonflogen.
Nun duckt er sich in Regen und Nebel und friert,
doch eine Amsel flötet voller Zuversicht. -
Dornengestrüpp
Freude möchte auffliegen
wie die Lerche vom Ackerboden,
immer höher steigend
im Himmel sich verlieren.
Ich will die Flügel ausbreiten
und mich aufwärts tragen lassen.
Doch meine Schwingen
sind von Dornen zerfetzt.
Im Gestrüpp gefangen
träume ich verwundet
von der freien Luft
in der Morgensonne. -
Musik
Mit behutsamen
Fingern
tasten sich
Töne
in mein Herz.
Mit hellem
Glanz
füllen sie
mein Ich,
neues Blühen
verheißend.
Unter Schmerzen
schließen
sich Wunden
und schon
sehe ich
Rosen. -
Erinnerung an Teddy
Mit seinem weichen Fell
Die Äuglein schlau und hell
Stets aufgelegt zu Spaß und Spiel
An diesen Freund ich denke viel.
Selbst auf dem harten Krankenbett
Drückt er sich an mich, treu und nett.
Auch meinen Klagen hört er zu,
Bekräftigt alles, was ich tu.
Er schaut mit mir ins Bilderbuch,
Versteckt sich frech, daß ich ihn such´,
Turnt stets im Zimmer auf und ab
Und hält mich immerzu in Trab.
Dann gehn wir Arm in Arm zur Ruh.
Wenn dann die Äuglein fallen zu,
So träumen wir vom neuen Tag,
Was Schönes er uns bringen mag.