Autor: mholschuh

  • Lieder

    Wo sind meine Lieder?
    Erdrückt, erstickt, zerstört.
    Wo sind meine Lieder,
    Wer hat sie je gehört?

    In meinem Innern eingeschlossen
    Können keine Töne sprossen.
    Kann ich sie je befrei'n?
    Das Glück kann dies allein.
  • Wie oft noch

    Wie oft noch wird uns ein Tag aufgeh'n,
    Wie oft noch werden vom Schlaf wir aufsteh'n.
    Wie oft noch wird die Sonne sinken
    Wie oft noch der Mond die Nacht ankünden.
    Wie oft noch wird unser altes Leben
    So weitergeh'n wie gerade noch eben?
    Wie oft noch ist uns Zeit bestimmt
    Bis uns das Ewige aufnimmt.
  • Vorfreude

    Der Kuckuck ruft!
    Der Sommer kehrt wieder!
    Bald blühen Rosenstrauch und Flieder.
    Da kann ich in meinen Garten geh'n
    Des Abends im Feld spazierengeh'n,
    Horchen wie die Vögel singen
    Seh'n wie sie zum Himmel schwingen.
    Mein Herz schon voller Sehnsucht ist,
    Geliebter Sommer, sei gegrüßt.
  • Die Distel

    Ein Rosenbeet in roter Pracht
    Allen Augen Freude macht.
    Doch was lugt denn da hervor
    Aus der Rosen edlem Corps?
    Eine Distel hat's geschafft,
    Weil es ihr g'rad' Freude macht,
    Allen Widerstand zu lenken
    Auf sich und ihr gar stachlig Denken.
    Über alle wächst sie schnell empor
    In der Rosen edlem Corps.
    Man will sie eiligst hier entfernen,
    Doch stachelnd bleibt sie grade gerne.
    Alles Zerren, Graben, Wühlen
    Kann ihren starren Mut nicht kühlen.
    Alle reden in den Wind.-
    Ist sie nicht auch ein Gotteskind?
  • Meisterspiel

    Töne hämmern wie das Klopfen meines Herzens,
    Fließend, stockend, bittersüße Schmerzen.
    Ein Aufschrei schreckt mich aus dem Traum,
    Die Melodie zerrinnt, ich merk' es kaum.
  • Zuspruch

    Wirf ab mein Herz
    Des Winters Jammer,
    Verschließ' vor ihm des Herzens Kammer!
    Steh' auf, beginne wieder neu
    Und freue Dich,
    Du bist ja frei
    Von Winters Angst und Leid.
    Faß' neuen Mut,
    Es wird schon gut,
    Auch Dir lacht bald der Mai.
  • Nachruf

    Nun wird es Frühling ohne ihn.
    Der alte Baum, er ging dahin.
    Mir fehlen seine Blätter sehr
    Wenn doch der alte Baum noch wär'.

    Stets willig trug er alle Last,
    Den Vögeln bot er freundlich Rast.
    Nun ist's vorm Fenster nimmer grün
    Und niemals wird der Baum mehr blühn.
  • Frühlingsgedanke

    Freude ist ein Geschenk
    wie eine Blume
    im Frühling.

    Welch ein Freudengeschenk
    ist ein Blütenbaum
    im Mai!
  • Hoffnung

    Hoffnung ist eine
    Knospe,
    die dir eine Rose
    verspricht.
  • Frühlingserwachen

    Es schmückt sich die Erde
    Daß Frühling es werde.
    Sie trägt wieder Grün,
    All Trauer fahr'hin!

    Vergessen die Leiden,
    Das Lassen und Meiden,
    Schon rauscht es der Wind
    Die Sonne gewinnt