Autor: mholschuh

  • Heimweh

    Ich hab´ im Traum meine Heimat gesehn,
    sie lächelt und funkelt als sei nichts geschehn.
    Es prangen die Bäume in Blütenpracht,
    es wiegen sich Rosen im Winde ganz sacht.
    Die Bächlein, sie plätschern die Wiesen entlang,
    kopfüber sich stürzend vom maigrünen Hang.
    Der Himmel so blau wie ein tiefgründiges Meer,
    was trauert mein Herz, warum ist´s so schwer.
    Verloren, vergangen das Paradies,
    all meine Liebe ich bei ihm ließ.
  • Maienregen

    Es weinen die Töne der Sinfonie,
    die Stunde atmet leise.
    Im Traum seh´ ich den Blütenbaum
    von Regengang durchnässt.
    Nebel senkt sich tief herab
    und Blüten tropfen welk zur Erde.
    Stockend pocht mein Herz,
    Trauer drückt mich nieder.
    Doch die Erde trinkt begierig das Himmelsnass,
    schlürft neues Leben.
    Still, warte nur,
    die Welt ist voller Knospen.
  • Unruhe

    Es malt der Frühling in die Luft,
    der erste Schmetterling.
    Ganz zart schwebt schon der Maienduft,
    mein Herz, wo willst du hin?

    Ich fasse meinen Wanderstab
    zum Wald zieht es mich hin.
    Es treibt mich rasch ins Tal hinab,
    wo ich so gerne bin.

    Den Frühling such´ ich immerzu,
    die Tage sanft und warm.
    Wo findet nur mein Herze Ruh´,
    wann hältst du mich im Arm?
  • Abschied

    In meinen Augen brennen Tränen.
    Ich muss ihn gehen,
    den letzten Weg mit dir.
    Der Glocke Ton trifft mein Herz,
    es will zerspringen.
    Was wollt ich noch alles sagen,
    doch du hörst mich nicht, bist weit.
    Selbst die Bäume klagen in tiefer Trauer,
    denn die Blätter des Sommers
    hat der Wind zerstreut.
    Nacht ist in meine Seele,
    in meiner Hand welkt eine Rose.
  • Unruhe

    Ich suche dich immer und immer
    obwohl du gegangen bist.
    Nun eil´ ich in jedes Zimmer,
    doch nichts mehr geblieben ist.

    Ich sehe noch sonnige Strahlen
    und bleibe leicht zögernd stehn.
    Das Licht und die Schatten malen
    dein Bild, ach, so wunderschön.

    Ich steh mit leeren Händen,
    die Seele in Trauer klagt.
    Wird niemals sich noch einmal wenden
    der Abschied zu fröhlichem Tag?
  • Vöglein

    Ein Röslein grünt auf seinem Grab,
    mein kleines Glück senkt ich hinab.
    Ein Hügel nun die Lieder deckt,
    die Liebe hatte sie geweckt.

    Nun ist es still im Haus und leer,
    mein Herz ist krank, ganz wund und schwer.
    Im Traum seh´ ich es grüßen
    und meine Tränen fließen.
  • Es tanzt ein Schmetterling

    Seit Stunden seh´ ich ihn,
    den bunten Schmetterling.
    Er tanzt so leicht, er schwebt,
    aus Freude er nur lebt.

    Ein Röslein küsst er zart
    und Blüten aller Art,
    auf Blättern er sich wiegt,
    ganz trunken weiterfliegt.

    Betörter, bunter Falter,
    du kennst den Herbst noch nicht,
    wenn Dunkelheit und Alter
    die stolzen Flügel bricht.
  • Röslein

    Die Rosen sind ja längst verblüht,
    ein kalter Herbststurm nahm sie mit.
    Doch mittendrin im Elternhaus
    ging eine neue Rose auf.
    Den Namen Nadia trägt sie stolz,
    ja, sie stammt aus guten Holz.
    Mög´ sie immer Eintracht streuen,
    alle Herzen sich nun freuen.
    Helles Licht in dunklen Zeiten
    wird das Röslein dann verbreiten.
    Jedes Jahr es schöner wird
    und das Haus mit Ehren ziert.
    Eines Tages in der Ferne
    gehen auf der Liebe Sterne.
    Wer wird´s sein, der dann beglückt
    diese Rose für sich pflückt?

    Neuer Garten, neues Beet,
    seht das Röslein, seht nur, seht!
    Überall jetzt Knospen sprießen.
    Keiner braucht sie je zu begießen,
    weil sie aus der Liebe stammen,
    geradewegs vom Himmel kamen.
    Am Ende es sich wirklich zeigt,
    Röslein hat sich weit verzweigt.-

    Als Ahnfrau, wie es ist der Brauch,
    wünsch´ ich viel Glück dem Rosenstrauch.

    Ein Wunschtraum von Uroma am Tauftag 20.10.01
  • Verlust

    Ein Sternlein fiel hinunter
    vom Himmel gar so hoch.
    Ich wollte es gar nicht glauben
    und wusste die Wahrheit doch.

    Ach kleiner Stern, dein Leuchten
    so warm war es und hell,
    nichts wird mein Herz nun trösten,
    es dunkelt so grausam schnell.

    Verwirrt such´ ich zu finden
    ein letztes Schimmern rot,
    doch alle Träume schwinden,
    mein Sternlein ist glanzlos- tot.
  • Zwischen Tag und Nacht

    Zum Sterben schickt sich an der Tag.
    Der Wald sieht schweigend zu.
    Einsam schluchzt ein Vogel
    seine Klage in die Stille.

    Dunkelheit wandert über die Felder
    und meine Seele taumelt in Träume.
    Komm´ gütiger Mond, leuchte!