Denk‘ ich an Dich, so seh‘ ich Deine Hände,
die führten mich an so viel neue Strände,
umschlossen meine, ach so kleine Hand,
versprachen Liebe, wenn die Freude schwand.
Sie hatten Kraft mich fest zu halten
so oft des Lebens Stürm‘ uns galten,
das kleine Schifflein ängstlich schwankt‘.
Noch seh‘ ich Deine Hände, die Lieb‘ sei Dir gedankt.
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Deine Hände
-
Ja, so hab‘ ich geträumet
Roten Mohn und weißen Klee
in hohem Gras ich blühen seh.
Meine Füße zaghaft schreiten
jeden Fehltritt zu vermeiden.
Jubel will ins Herz mir dringen,
Freude breitet aus die Schwingen.
Selig schweb' ich durch die Luft,
fort trägt mich der Sommerduft.
Jäh weckt mich das Morgenrot,
alle Träume, sie sind tot.
War das nicht des Raben Schrei,
meine Lieb' begraben sei? -
Die Musikkassette
Gefesselt auf engem Raume
da ruh´n sie in dunklem Traume,
der freudvollen Tage Lieder.
Befreien will ich sie wieder.
Die Töne drängen sich hinaus
und tanzen um das müde Haus.
Das Licht des Sommers wieder lebt,
ein Rosenblatt im Winde schwebt.
Ich hasche einen Schmetterling,
der sich im Blütenduft verfing.
Vom Himmel tropft ein Flötenton,
fällt in mein Herz - es singt ja schon. -
Die Abreise
Quälendes Warten.
Wann wird er starten,
der Zug in das Nichts?
Die letzten Stunden,
kein Wort gefunden
Das Scheiden wohl ist´s.
Zur Abfahrt es pfeift,
die Angst nach mir greift.
Das Herz ist so wund.---
Nun ist es geschehn,
starr bleibe ich stehn.
Es war seine Stund´. -
Der Rose Spur
Einsam streif´ ich durch den Garten.
Wo sich einst die Rosen scharten
liegt vor mir ein ödes Feld,
kalt und leblos scheint die Welt.
Zwischen all den Dornenhecken
alte Träume sich verstecken,
werden plötzlich wieder wach,
ihren Spuren folg´ ich nach.
Dornen meine Hände halten,
Knospen sich daran entfalten,
die Erinnrung Lichter sprüht,
wieder eine Rose blüht. -
Begraben
Was schläfst du nur so lange?
Komm´ laß uns gehn!
Das Herz schlägt mir so bange,
die Tage schnell verwehn.
Der Frühling kommt bald wieder,
die Veilchen schon blühn.
Im Garten grünet der Flieder
und weiße Wolken ziehn.
Was schläfst du nur so lange?
Komm doch mit mir!
Die Blumen am Wiesenhange
und Rosen zeige ich dir.
Du liegst so still hier im Schatten,
wendest dich nicht,
allzeit will ich doch warten
ob leise dein Herz zu mir spricht. -
Lauf der Zeit
Immer dreht sich fort die Erde,
die Tage künden´s, es war und es werde.
Es wechseln Sonnenschein und Schauer,
da drinnen aber weint die Trauer.
Der ew´ge Strom er fließt und fließt
in fremdes Land er sich ergießt.
In grauen Schiffen er schleppt uns fort
ins offene Meer, Vergessen wohnt dort. -
Abschied
Du sagst, du kommst nicht wieder.
Mein Herz will stille stehn.
Ein Regen fällt hernieder
auf all die Blumen schön.
Ich werde einsam weinen,
der Sommer schon vergeht,
nur träumen von dem Einen,
der in die Fremde geht. -
Nebelmond
Was schaust du so fremd, bleicher Garten?
Es welkten die Blüten, die zarten,
die Blätter der Bäume zerstoben im Wind,
in eiskalter Nacht gestorben sie sind.
Voll Sehnen ich suche der Vögel Lieder
Ach Rose, wann endlich blühst du mir wieder. -
Musik für eine Träumerin
Ein Taktstock malt Zeichen in die Luft.
Schon sprühen Funken, zerfließen in langen Linien.
Die Noten tanzen darauf auf und ab.
Sie wirbeln umher bis sie ermattet niedersinken.
Eine Nachtigall weint im Rosenbusch,
am Hang blüht rot der Mohn.
Ich schaue ins Wasser und sehe mein Gesicht.
Ist es Glück oder Schmerz, was da im Herzen pocht?