Kategorie: Gedichte

  • Frühlingszauber

    Frühling schwingt den Zauberstab
    Überall, landauf, landab
    Streut er Blüten ohne Zahl
    Auf die Bäume grau und kahl.

    Aus der Erde sprießt es grün
    Unterm Busch schon Veilchen blühn.
    Auch mein Herz, esjubelt laut
    Da es solche Pracht geschaut.

    Heimgekehrt der Vögel Zug,
    Tausend Lieder mit sich trug,
    Singet nun der Sonne Lob,
    Frühling seinen Stab erhob.
  • Winter

    Kalt und ohne Farbe
    liegt das Land.

    Im Schnee nur meine Spur
    sich windet.

    Die müde Sonne kann das Eis
    nicht brechen.

    Erstarrt hält ein der Bach im
    wilden Lauf.

    Verstummt ist auch der Vögel
    frohe Melodie.

    Verschüttet warten meine
    eignen Lieder.
  • Warten

    Die Stille weint.
    Der Tag hat leere Hände.
    Entglitten ist das Glück.
    Wenn ich doch Ruhe fände!

    Die Zeit verrinnt
    Der Himmel schweigt.
    Verhüllt hat sich der Mond
    Kein tröstend Licht er zeigt.

    Die Kraft erlahmt
    Des Lebens Rad steht still
    Vergebens wart'ich
    Ob eine Tür sich öffnen will.
  • Dauerregen

    Der Himmel birgt sein Angesicht
    Zeigt seine blauen Augen nicht.
    Ein düstrer Schleier hüllt ihn ein.
    Kommt niemals wieder Sonnenschein?

    Die Bäume stehen naß und fahl,
    Viel Wasser führt der Bach im Tal.
    Und immerzu der Regen rinnt.
    All meine Hoffnung mit sich nimmt.
  • Der Tod des Baumes

    Herausgerissen die Wurzel,
    zerschnitten der Stamm,
    so liegst Du nun
    am Straßenrand.
    Die Vögel sind
    entsetzt geflohen.

    100 Jahre und mehr
    hast Du froh
    das Tal geschmückt
    mit Blüten
    und rauschenden
    Blättern.

    Einfach umgestoßen
    hat man Dich,
    ohne Erbarmen und Dank
    für Dein langes
    und fruchtbares
    Leben.

    Deine Äste,
    schmerzverschränkt,
    starren in den Himmel.
    Ein Regen allein
    beweint Dich,
    fast lautlos.
  • Der Käfigvogel

    Mein schönstes Liedlein
    sing ich nur für Dich.
    Es leuchtet Freude
    in der dunklen Stube.
    Nur eines bitt' ich,
    lieb auch mich.
  • Zuneigung

    Mein ganzes Streben sich verbindet
    mit einem Lächeln nur, von Dir
    und meine Wünsche liebend kreisen
    wie Flügelschlagen für und für.
  • Sonnentage

    Der Herbst streut seine
    letzten Sonnentage,
    die kostbar sind wie Diamant.

    Ich möchte seine Lichter fassen
    und nicht mehr geben aus der Hand.
  • Abendbitte

    In Deine Hand geschmiegt
    will ich den Tag beenden,
    wenn's stille wird,
    das Licht verfliegt.

    Nur Deine Sterne
    können wenden
    die Not der Nacht,
    die vor mir liegt.
  • Der Tannenbaum

    Der Baum
    ist gestürzt,
    ein Bild
    des Lebens.

    Stark und schön
    anzusehen
    und doch so
    leicht verwundbar.

    Die Säge
    fraß gierig
    und stahl ihm
    alle Kraft.