Freudig hab' ich es vernommen
Daß der Kuckuck heimgekommen.
Unentwegt er lockt und neckt.
Wo hat sich der Strolch versteckt?
Hört ihr's lachen hoch im Wipfel?
Kuckuck, tönt's vom nächsten Gipfel.
Kuckuck, Kuckuck ich bin da,
Komm' nur, fang' mich, bin ganz nah!
Hierhin, dahin, muß ich hören.
Weit gefehlt, nichts kann ihn stören.
Kuckuck hat mich längst verwirrt,
Wieder hab' ich mich geirrt.
'
Außer Atem klopft das Herz.
Alter Schelm, welch' übler Scherz.
Wieder bist du mir entronnen,
Niemals werd' ich dich bekommen.
-
Kuckuck
-
Frühlingstraum
Auf dem Rücken
eines Vogels
stieg ich hinauf
in die Wolken.
In der Tiefe
sah ich
ein Meer von Blüten
ausgebreitet.
Da hinein
ließ ich mich
fallen
und tauchte unter
in den Wogen
von Weiß und Rot. -
Kehraus
Der Tanz ist aus,
der Saal hat sich geleert.
Die letzten Töne
drängen hinaus.
Ein kleines Lachen
hält sich noch versteckt.
Leichte Füße
suchen das Weite,
streben nach neuer Freude.
Zurück bleibt
dunkle Stille.
Die Welt scheint
nur ein Schattenspiel. -
Der Wetterhahn
Mein Herz gleicht einem Wetterhahn.
Von Westen naht ein Sturm heran,
Von Norden schlägt die Kälte mich,
Im Osten zeigt die Sonne sich.
Von Süden weht der Rosenduft
Und Liebe säuselt in der Luft.
Der Wetterhahn bleibt gerne stehn
Um wieder nach 'nem Hoch zu sehn.
Doch immer Südwind es nicht gibt,
Der Wetterhahn nach Norden kippt.
Ein Wetterhahn sich stets bewegt.
Der Wind von allen Seiten fegt.
Mein Herz bleib still und halt dich fest,
Das Schicksal sich nicht drehen läßt. -
Dämmerung
Licht ermattet schwindet
Grauer Schatten kündet
Das Nahen dunkler Nacht.
Ferne Sterne blinken
Weiße Nebel sinken
Auf Fluren weit und Wald.
Töne leis verhallen
In die Seels fallen
Schwingen noch im Traum. -
Schweigen
Tausend Arme hat die fremde Stadt,
Hält Dich fest und gaukelt Dir was vor.
Während Geist und Tatkraft sind schon matt
Steht die Trauer längst am Tor.
Alle, die Dir lieb gewesen
Haben leise sich entfernt.
In den Augen kannst Du's lesen,
Schweigen haben sie gelernt. -
Erkenntnis
Manches wollt' ich noch erreichen,
Vieles müßte ich schon streichen.
Unaufhaltsam läuft die Zeit,
Kündet die Vergänglichkeit.
Alle Schlösser, die ich baute,
Waren nur ein eitler Traum,
Nichts als dicke, runde Blasen,
Die zerplatzten bald zu Schaum
Sei bescheiden, warte still,
Was die Zukunft geben will.
Nütz' die Stunde und den Tag,
Gleich, was dann noch kommen mag. -
Zauber
Sie tanzen wieder, die weißen Kristalle
Vom Himmel herab im schwebenden Falle.
Und während der Winter Einzug hält,
Verwandelt sich heimlich die weite Welt.
Ein Brautkleid trägt der Apfelbaum,
Wie Schleier weht's von Nachbars Zaun.
Märchenblüten schmücken Hecken,
Helle Tücher die Dächer decken.
In glitzerndes Weiß die Tanne sich kleidet,
Über den Wald ist Flitter gebreitet.
Tritt dann der Mond aus dem wolkigen Haus,
Gießt er sein Silber darüber aus. -
Heimat
An des Vaters Hand
Bin ich gewandert durch das Land.
Rechts die Wasser uns begleiten,
Links die Pappeln und die Weiden.
Es schlängelt sich der Pfad
Bis ins Tal hinab.
Von den Hängen lieblich
Ziehen viele Zeilen sich
Von des Weinbergs Fülle.
Fachwerkhäuser in die Hügel schmiegen
Apfelbäume sich im Winde wiegen.
Und ich hüpfe fröhlich,
Fühl' geborgen mich.