Schatten

Verfasst von

in

Wer bist du, dunkler Schatten,
der sich an meinen Fersen hält?
Meine Kräfte schon ermatten,
wieder mir hast nachgestellt.

Fliehend lauf'ich durch die Straßen,
doch der Schatten eilet mit,
folget mir in alle Gassen,
immer kann er halten Schritt.

Verzweifelt fall' ich auf die Erde
und schrei' daß mir doch Hilfe werde.
Da beugt sich über mich ein Baum,
so zart und kühl, ich merk' ihn kaum.

In nichts ist aufgelöst mein Schatten,
ich träum' vom Paradiesesgarten.
Der große Schatten mich bedeckt
und schützt, wenn mich der eig'ne schreckt.
Maria Holschuh · Lizenz: CC BY 4.0